Nach Raffinerie-Schliessung: Rheinschifffahrt stellt Versorgung mit Mineralölprodukten sicher
Die Versorgung der Schweiz mit Mineralölprodukten ist auch nach der Schliessung der Raffinerie in Cressier sichergestellt. Der Rhein kann die zusätzlichen Mengen ebenso aufnehmen wie die Umschlagseinrichtungen in den Häfen Muttenz-Au und Birsfelden. Auch eine Schliessung der zweiten Schweizer Raffinerie würde die Landesversorgung nicht beeinträchtigen.
Rund rund 12 Mio. Tonnen pro Jahr beträgt der landesweite Verbrauch der Schweiz an Mineralölprodukten wie Benzin, Diesel oder Heizöl. Die Versorgung mit den Endprodukten geschieht via Einfuhr per Binnenschiff, Bahn und Lkw oder durch die beiden Schweizer Raffinerien in Cressier (NE) und Collombey (VS), die Rohöl, welches mit Pipelines von den Mittelmeerhäfen Genua und Marseille her transportiert wird, verarbeiten. Sie liefern ein Drittel der landesweit verbrauchten Erdölprodukte, d.h. rund 4,5 Mio. Tonnen jährlich.
Die Raffinerie in Cressier ist nun runtergefahren worden, da die Besitzerin Petroplus in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Eine Wiederaufnahme des Betriebs wird nicht ausgeschlossen, ist aber für die nächste Zeit unwahrscheinlich. Damit fallen rund 2,5 Mio. Tonnen Mineralölprodukte für den Inlandsmarkt weg.
Die Schweizer Landesversorgung ist damit aber in keiner Weise gefährdet. Die Rheinschifffahrt ist problemlos in der Lage, die entsprechenden Mengen per Schiff aus den Nordhäfen nach den Schweizerischen Rheinhäfen zu transportieren. Da das Angebot an Laderaum in Tankschiffen die Nachfrage zur Zeit deutlich übersteigt, dürfte dadurch kein Teuerungsschub resultieren Auch die für den Umschlag notwendige Infrastruktur ist mit ausreichenden Kapazitäten in den Häfen Muttenz-Au und Birsfelden vorhanden. Für die beiden Häfen dürfte sich ein Mehrumschlag in der Grössenordnung von 1,5 – 2 Mio. Tonnen ergeben.
Selbst wenn die Raffinerie in Collombey ebenfalls den Betrieb einstellen sollte, ist die Binnenschifffahrt im Verbund mit dem Partner Bahn in der Lage, die Schweizer Landesversorgung mit Mineralölprodukten nachhaltig und umweltfreundlich auch auf unbeschränkte Zeit sicherzustellen, wobei dann gewisse Anpassungen der Infrastrukturen und Abläufe notwendig werden dürften.

