Bahn und Häfen entwickeln gesamtschweizerisches Terminalkonzept
Die Schweiz brauche eine nationale Terminalstrategie; die Zeit der ineffizienten Fülle von nicht aufeinander abgestimmten Kleinterminals sei definitiv abgelaufen. Dies erläuterten Hans-Peter Hadorn, Direktor der Schweizerischen Rheinhäfen (SRH), und Nicolas Perrin, CEO der SBB Cargo, am 25. Januar an einer Medienorientierung in Basel. SRH und SBB Cargo seien gewillt, diese Strategie zu entwickeln und durchzusetzen, war der Tenor am ersten gemeinsamen öffentlichen Auftritt.
Kernpunkte der nationalen Strategie sind das Gateway Limmattal bei Zürich und das Projekt "Basel Nord" in unmittelbarer Nachbarschaft des Rheinhafens Basel-Kleinhüningen. Diese Anlagen seien komplementär zu verstehen, verdeutlichte Perrin. Im Gateway Limmattal sollen vor allem die Verkehre aus und nach Bremerhaven und Hamburg gebündelt respektive der Schweizer Feinverteilung zugeführt werden. Die Verkehre von und nach Rotterdam und Antwerpen sollen dagegen nebst Bahn hauptsächlich per Schiff via Basel abgewickelt werden.
"Basel Nord" soll ein kombinierter Terminal Schiff-Bahn werden. "Nirgends kommt das Schiff dem Nord-Süd-Bahnkorridor so nahe wie hier", meinte Hadorn. Mit einem direkten Umschlag zwischen Schiff und Schiene sei dieser gebrochene Verkehr absolut konkurrenzfähig. Noch nicht bestimmt ist, ob auf dem Gelände ein eigentliches Hafenbecken ausgehoben oder die Anbindung an die bestehenden Becken mittels automatisierter Transportsystemen geschehen wird. Um dies und die Finanzierung abzuklären, haben SRH und SBB Cargo eine gemeinsame Studie in Auftrag gegeben, deren erste Ergebnisse im kommenden Sommer erwartet werden.
Neu und wichtig sei, dass Bahn und Schiff gemeinsam agierten, betonten Hadorn und Perrin unisono. Nur so könne eine nationale Strategie Erfolg haben - und nur so könne es gelingen, die Bundeskasse für eine Unterstützung bei der Finanzierung anzuzapfen. Über die zu erwartenden Kosten wollten beide keine Angaben machen; dies zu klären, sei Aufgabe der Studie. Als ehrgeizigen Zeitplan nannte Perrin den Horizont 2013/14 für den Baubeginn in "Basel Nord".


