107. ordentliche Generalversammlung der SVS: Havarie und Berufsreform im Mittelpunkt

Die Havarie vor der Loreley und die vor dem Abschluss stehende Berufsreform standen im Mittelpunkt des Präsidialreferats an der 107. Ordentlichen Generalversammlung der Schweizerischen Vereinigung für Schifffahrt und Hafenwirtschaft (SVS). Der Anlass wurde von einer Rekordzahl von über 140 Personen besucht. Mit Bruno Imhof wurde ein neues Mitglied in die Geschäftsleitung gewählt.

 

Als «schockierend» bezeichnete SVS-Präsident Ralph Lewin die Havarie der «Waldhof» im Januar vor der Loreley. Schockierend zum einen aufgrund der damit verbundenen Todesfälle; Lewin sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Schockierend aber auch, weil solche Vorfälle in der Binnenschifffahrt im Gegensatz zum Strassenverkehr äusserst selten seien. Immerhin  - so der SVS-Präsident – dürfe man angesichts dieser Seltenheit aber auch dankbar zur Kenntnis nehmen, dass der Transportträger Schifffahrt sehr sicher sei.

 

Das Vorkommnis hat laut Lewin aber auch gezeigt, dass die Binnenschifffahrt unverzichtbar sei. Diejenigen Ladungen, welche aufgrund der rund dreiwöchigen Rheinsperre nicht auf dem Wasserweg hätten befördert werden können, seien nämlich mehrheitlich nicht auf anderen Wegen zu den Empfängern gekommen, sondern schlicht liegen geblieben. Den Hafenfirmen und den Reedereien habe dies zu einem späteren «Nachholeffekt» verholfen; trotzdem seien die wirtschaftlichen Schäden beträchtlich. Und die Haupterkenntnis ist laut dem SVS-Präsident: «Wie sehr die Schweiz das ‚Tor zur Welt’ benötigt, merkt man erst dann so richtig, wenn dieses Tor einmal in den Angeln klemmt.»

 

Als Schwerpunkt in der Arbeit der SVS sowohl im 2010 wie auch im laufenden Jahr nannte Lewin die sogenannte «Berufsreform». Mit diesem Projekt wurde unter Führung des Verbandes der Beruf «Matrose/Matrosin der Binnenschifffahrt» in Zusammenarbeit mit den kantonalen und den Bundesbehörden so zertifiziert, dass künftig ein eidg. Fähigkeitszeugnis abgegeben werden kann. Die Berufsreform wird bis Mitte 2011 zu Ende geführt.

 

Einen finanziell gesunden Verband konnte SVS-Geschäftsführer André Auderset vor der Rekordkulisse von über 140 Anwesenden vermelden. Die Politik war mit dem Baselbieter Ständerat Claude Janiak, der Basler Nationalrätin Anita Lachenmeier sowie den Parlamentsspitzen beider Basel, Beatrice Fuchs und Markus Lehmann, vertreten. Das Geschäftsjahr 2010 schliesst die SVS mit einem kleinen Überschuss ab. Einstimmig neu in die Geschäftsleitung gewählt wurde Bruno Imhof als Vertreter des Rhenus-Konzerns.

 

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30. März 2011